AXE Final Offering

Escape Music

Thank you for the music, Mr. Barth!

Diese Formation gilt als "Kult" und das völlig zu Recht. Schließlich konnten sich AXE mit ihren ersten Alben sowie diversen Tournee in den USA im Vorprogramm von Größen wie ZZ TOP, OZZY, CHEAP TRICK oder MÖTLEY CRÜE einen großartigen Ruf erspielen und unzählige Fans erobern. Da die Band obendrein mit zu den fleißigsten zählte, veröffentlichte sie zwischen 1979 und 1983 ganze vier Longplayer. Die waren allesamt mit exquisitem Stoff vollgepackt, der irgendwo zwischen den Eckpfeilern klassischer US-Hard Rock, AOR, Southern Rock und Melodic Rock zu verorten war.

Auch in Europa konnte sich die in den späten 70er Jahren von Bobby Barth gegründete Truppe einen Namen machen, doch kurz bevor sich AXE bei uns als Szene-Größe so richtig etablieren konnten, schlug das Schicksal unbarmherzig zu. Barth und sein Bandkollege Michael Osborne waren in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, den Osborne nicht überleben sollte. Auch Barth wurde schwer verletzt, erholte sich jedoch im Laufe der Zeit von seinen Verletzungen.

An einen Weiterbestand der Band war für ihn aber lange Jahre nicht zu denken, erst Mitte der 90er Jahre fasste er sich ein Herz und legte mit "Five“ ein weiteres AXE-Album vor. Es folgten die beiden Compilation-Alben "20 Years From Home" und "20 Years From Home Volume II", ehe es Bobby Barth, der in seiner Karriere u.a. bei BLACKFOOT tätig war, diverse Solo-Alben veröffentlichte und sich sowohl als Mentor für CAUGHT IN THE ACT bzw. GUILD OF AGES wie auch als Produzent einen verdammt guten Namen machen konnte, zum Millenniumswechsel mit dem sechsten AXE-Dreher "The Crown" noch einmal wissen wollte. Zwar kam auch dieses Album bei Presse und Fans überaus gut an, dennoch konnte sich Meister Barth nicht dazu durchringen das Unternehmen längerfristig am Laufen zu halten. Deshalb wurde 2012 schließlich die offizielle Auflösung von AXE verkündet, jedoch mit dem Nebensatz, dass es sehr wohl noch Material geben würde, das irgendwann einmal fertiggestellt und auf jeden Fall auch zur Veröffentlichung gedacht wäre.

Der dafür optimale Zeitpunkt scheint nach jahrelanger Arbeit nun endlich gefunden worden zu sein, weshalb wir uns dieser Tage am unmissverständlich betitelten "Final Offering" erfreuen dürfen. Mehr noch, Fans der Formation werden auch zu diesem Album auf Anhieb steilgehen und das nicht bloß aus sentimentalen Gründen. AXE schaffen es nämlich ab dem von einer lässigen Slide-Gitarre eröffneten 'Born To Lose' den Hörer in ihren Bann zu ziehen.

In diesem verbleibt man übrigens bis zum ergreifenden Finale 'Years Slip Away', wobei es einmal mehr völlig egal ist, ob es die Herren eher gitarrendominiert und rockig angehen, wie in 'Fire & Stone‘, oder die Tracks von gediegenen, eleganten Keyboards dominierten werden wie im mit reichlich Pathos dargebotenen 'Land Of Our Fathers'. Selbstredend verstehen es AXE aber auch immer noch mit balladeskem Material zu überzeugen, wie mit 'Make a Dream (Last Forever)' nachhaltig beweisen wird. Positiv fällt speziell in diesem Bereich der ausgeklügelte Sound auf. Denn selbst in den eher auf AOR-Radio zugeschnittenen Passagen ist das Zusammenspiel von Gitarren und Keyboards perfekt ausbalanciert und nicht ein Hauch von "Weichspüler" zu vernehmen.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch Sänger Bob Harris nicht, liefert er doch einen absolut essentiellen Beitrag zum Gelungen dieses Albums. Das samtig-raue Timbre des einst mit Frank ZAPPA und später mit Steve VAI kooperierenden Sängers passt nämlich schlicht perfekt zum AXE-Ohrenbalsam.

Schade, dass dieses Kapitel nun endgültig beendet ist. Wir ziehen auf jeden Fall ein letztes Mal unseren Hut und sagen artig „Thank you for the music, Mr. Barth!“ (..... hoffen jedoch innig, dass sich da doch noch was in irgendwelchen Archiven finden lässt, und seien es nur Live-Demos….)

https://www.facebook.com/Axe-Band-Central-370490833109650/

https://bobbybarth.com/