EXILIA? Das waren doch die Italiener mit der Frontfrau mit den Dreads und der drei Oktaven-Stimme, die 2004 die Planet Music-Halle mit ihrem Nu Metal-Hit „Stop Playing God“ zum Beben brachten?
In der Tat – ich hatten die Band allerdings seit ihrem 2012er Album „Decode“ nicht mehr auf dem Schirm gehabt und war beim ersten Durchlauf von „Anti Gravity“ einigermaßen überrascht. Die Cossover-Brachialität der frühen Jahre ist einem ausgeklügelten Soundteppich mit vordergründigem Einsatz von Synthesizer und Keyboards gewichen und man schreckt von eingängigen Refrains und perfekt plazierten Hooks keineswegs zurück. Logisch, dass dabei die Schädelspalter-Riffs auch hier nicht fehlen dürfen und Masha Mysmane’s raue Power-Röhre den Songs den nötigen Härtegrad zu verpassen vermag.
„Ich würde „Anti Gravity“ als Alternative Rock mit Punk- und Metal-Einflüssen, aber auch mit einer ausgeprägten melodischen Sensibilität beschreiben. Es ist ein Album, bei dem die Songs als solche im Mittelpunkt stehen. Die Melodien transportieren Emotionen und Botschaften, das war schon immer meine Intention als Songwriterin“, so O-Ton Masha.
Ohrwurmpotential gibt es hier en masse, angefangen vom mitreißenden „Did You Forget“ über „Save Me From Myself“, das neben einem veritablen Sing Along-Refrain auch mit einem amtlichen Gitarrensolo aufwarten kann, bis hin zum Midtempo-Rocker „One And Forever“ der mit selbigen Meriten ausgestattet ist. Wer’s dann doch etwas härter mag wird mit „Lightstorm“, auf dem Masha ihre ungebrochenen Screamer-Qualitäten unter Beweis stellt, und der Nu Rock-Granate „Apathy“ definitv auf seine Kosten kommen.
Ein unbedingter Tipp für Genre-affine Neueinsteiger, aber auch die alteingesessene Hartwurst-Fraktion sollte hier durchaus ein Ohr riskieren!

