GARY JOHN BARDEN

Kooperation mit einem Ruhelosen

Auch wenn der sympathische Brite in erster Linie als jener Sänger in die Annalen der Rockhistorie eingehen wird, der das Frühwerk von MSG mit seiner Stimme entscheidend mitgeprägt hat, wird von seinen Fans auch die Qualität seiner Solo-Scheibletten geschätzt. Davon hat der seit geraumer Zeit in Thailand ansässige Engländer zwischen 2004 und 2011 ganze fünf Stück veröffentlicht, ehe er abermals intensiver mit Michael Schenker zu kooperieren begann und auf diversen Veröffentlichungen des Gitarristen zu hören war.

Nicht zuletzt deshalb erscheint es doch etwas überraschend, dass 15 Jahre nach dem letzten Solo-Album »Eleventh Hour« mit »Empowered Emotions« (Frontiers Music) ein weiteres von Gary John BARDEN in die Läden kommt:

Was hat Dich dazu veranlasst, abermals ein Album unter deinem Namen zu veröffentlichen?

Oh, da gibt es viele Gründe. Einer der wichtigsten ist, dass Michael Voss und ich unser 25-jähriges Kooperations-Jubiläum damit zelebrieren. Eine coole Sache, oder?

Natürlich. Allerdings hast Du deine Fans 15 Jahre darauf warten lassen. Eine verdammt lange Zeit…

Das sehe ich genauso. Allerdings gibt es dafür jede Menge Gründe. Einer davon war Covid. Schließlich waren uns nicht nur Konzerte untersagt, ich durfte ja noch nicht einmal aus Thailand ausreisen. Ich war quasi in meinem selbstgefundenen Paradies gefangen, haha.

Das soll aber keine Ausrede sein, denn zuvor war ich sehr intensiv mit den Vorbereitungen für die „Michael Schenker Fest“-Tournee beschäftigt. Dass auch diese Tour dem Virus zum Opfer gefallen ist, konnte ja niemand ahnen. Und danach war ich lange Zeit mit meinen Aufnahmen für die letzten beiden MSG-Alben beschäftigt. Von Nichtstun kann also keine Rede sein! Außerdem, und so ehrlich muss ich schon sein, bin ich mittlerweile in einem Alter, wo einem nicht mehr alles immer einfach fällt.

Wann hast Du damit begonnen das Album aufzunehmen?

Die Initialzündung dafür kam von „Vossy“, der mich vor etwa zwei Jahren mitteilte, dass er an die 15 Songs geschrieben hätte, die wohl perfekt zu mir passen würden und quasi auf meine Stimme zugeschnitten wären. Diese Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, haha.

Der Kerl ist und bleibt ein Phänomen. Ich glaube, „Schlaf“ oder „Ruhe“ existieren in seinem Wortschatz überhaupt nicht. Ich bin nicht einmal sicher, ob die beiden Wörter überhaupt kennt. Und wenn, dann nur aus Büchern, haha.

Ich war von seiner Idee jedenfalls sofort angefixt, und habe mich intensiv mit den Songs beschäftigt. Und je länger ich das tat, umso mehr inspirierten sie mich. So hatte ich rasch Texte und Gesangsmelodien am Start, die ich ihm postwendend zukommen hab’ lassen.

Klingt, als ob ihr danach nicht mehr allzu viel Zeit benötigt habt?

Tatsächlich nicht, denn „Vossy“ ist auch diesbezüglich ein Meister. Wir hatten zwar nur wenige Wochen zur Verfügung um die Scheibe fertigzustellen, doch das haben wir problemlos geschafft. Ich hab‘ gegen Ende kurzfristig zwei Tracks als Demos soweit finalisiert, damit ich ein wenig Promotion betreiben konnte.

Mit Erfolg, oder?

Oh ja. Frontiers Music waren sofort daran interessiert.

Euer Label hatte demnach nichts mit eurer Kooperation zu tun?

Nein. Sie kamen erst viel später ins Spiel. Die Idee an sich geht allein auf „Vossy“ zurück. Er war es, der mich zu einer abermaligen Zusammenarbeit eingeladen hat.

Offenbar hat er auch noch alle Instrumente eingespielt. Stimmt das?

Ja, der Mann kann einfach alles! Ansonsten war lediglich Schlagzeuger Gereon Homann permanent in die Aufnahmen involviert. Einige meiner Freunde haben es sich aber nicht nehmen lassen etwas Beizusteuern.

Lass mich raten, wer: Michael Schenker?

Klar doch. Er hat sich ein wunderbares Solo für den Track ‘Dark Water’ einfallen lassen. Aber er war nicht der Einzige. Auch Barry Sparks, Tommy Denander und Don Airey haben sich angeboten mitzumachen. Schön, wenn man Freunde hat!

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