Die belgische Blues Rock-Sängerin und -Gitarristin meldet sich mit ihrem sechsten Longplayer zurück. Längst hat sie ihren Lebensmittelpunkt in die USA verlegt, nach Karriere-Stopps in Chicago, St. Louis und Memphis hatte sie sich für „Burn The House Down“ in das „House Of Grease“-Studio in Nashville eingenistet.
„No barriers, no boundaries“ war seit Anbeginn Ghalia’s Zugang zur American Roots Music, wobei diese Genre-Zuordnung in ihrem Fall nicht so eng gesteckt ist – das Spektrum ihrer musikalischen Prioritäten beinhaltet sehr wohl auch deftigere Kost wie Punk, Garage Rock und Psychobilly. Für dieses Album hatte sich die Lady mit JD Simo, selbst erfolgreicher Blues-Interpret, zusammengetan, der nebst beeindruckender Produktion auch ebensolche Gitarren-Parts beisteuerte. Im Verbund mit der versierten Rhythm-Section Chris Powell (dr) und Brian Allen (bs) wurden die 11 Songs ganz in alter Tradition live im Studio eingespielt, im Fokus die emotionale Essenz anstatt technischer Perfektion.
Der Opener „No Ice Please“ versteht mit mit Slide-getränktem Riffing Spannung aufzubauen, Ghalia’s kompromisslose, eindringliche Gesang-Performance ist hier das Tüpfelchen auf dem „i“, wie auch auf dem feinsinnigen Shuffle „Mine“ und dem düsteren „River Song“. Freunde des gepflegten Country Blues kommen mit „Wreckin‘ And Rollin‘“ auf ihre Kosten, zudem zeigt die Lady hier mit einem ihrer famosen Solo-Parts auf, die hier überraschenderweise überaus dünn gesät sind. Eine gänzlich ungewohnte Note bringt „Ride“ ins Spiel – die Bassline ähnelt ungemein gewissen 70er Disco-Hymnen und auch die lasziven Vocals passen perfekt da ins Bild.
Dass Ghalia und ihre Mitstreiter großen Spaß im Studio hatten ist nicht zu überhören, für mich zählt „Burn The House Down“ schon jetzt zu einer der besten Blues-Scheiben dieses Jahres.

