HOLOCAUST Dance Into The Void (The Complete Recordings Vol. 2) (1989 - 2003)

Hear No Evil Recordings

Für Jäger, Sammler und Frischlinge

 

Wie es der Untertitel dieses Boxsets vermuten lässt, handelt es sich hierbei um die auf fünf CDs zusammengefasste Fortsetzung von „Heavy Metal Mania - The Complete Recordings Vol.1: 1980-1984“. Auf dieser sechs CDs umfassenden Werkschau wurde das frühe Schaffen der schottischen Truppe, die bereits seit dem Ende der 70er existiert, vor drei Jahren komprimiert in Umlauf gebracht. Darauf enthalten waren logischerweise auch jene Tracks, die von METALLICA gecovert wurden und HOLOCAUST endlich auch außerhalb ihres angestammten Dunstkreises gehörig ins Gerede gebracht haben.

Die Nachfolge-Ausgabe wird von der seinerzeitigen Comeback-EP „The Sound Of Souls“ eröffnet. Damit hatte sich die Truppe 1989 nach einer fünfjährigen Schaffenspause in der Szene zurückgemeldet. Allen Jägern und Sammlern dürfte deshalb ein Strahlen in den Augen anzumerken sein, gilt die einstige Vinyl-EP mittlerweile doch als sehr rares Teil. Dass die CD-Version in diesem Package um drei Bonus-Tracks erweitert wurde, wird jedoch nur kurzzeitig gefeiert werden. Weshalb sich das Label dazu entschieden hat, auch dafür ‚Death Or Glory‘, ‚Heavy Metal Mania‘ sowie das von Hetfield und Co. zu späten Ehren gekommenen ‚The Small Hours‘ - also die bekanntesten Tracks der Formation auszuwählen, weiß man leider nicht. Verkaufstechnisch ist die Auswahl zwar logisch und auch nachvollziehbar, da die Nummern allerdings ohnehin auf „Spirits Fly“ enthalten sind, der zweiten CD dieser Box, hätten es durchaus gerne auch andere „Bonüsse“ sein dürfen.

Apropos: „Spirits Fly“ kam zwar erst 1996 über Neat Records in die Plattenläden, der Großteil der darauf enthaltenen Tracks war jedoch auch schon auf der ursprünglichen Version dieses Drehers namens „Hypnosis Of Birds“ enthalten, die 1992 erstmals aufgelegt wurde.

Weshalb HOLOCAUST in unseren Breiten trotz der erwähnten „METALLI-Connection“ niemals jenen Zuspruch erhielt, der ihnen eigentlich zugestanden wäre, lag wohl von Anfang an am mehr als nur ungünstig gewählten Bandnamen. Nichtsdestotrotz verfügte die Formation auch auf dem europäischen Festland ein getreues Gefolge. Daraus resultierte anno 1993 ein Auftritt auf dem heutzutage wohl berühmtesten norddeutschen Acker. Bandchef John Mortimer und seine Kollegenschaft wussten dabei vollends zu überzeugen, weshalb ein Großteil der damals lediglich 3500 (!) Zuseher als Fans gewonnen werden konnte.

Diese durften sich 1997 an „Covenant“ ergötzen, auf dem sich die Band in einer durchaus interessanten Metamorphose hin zu progressiveren, aber auch deutlich heftigeren Klängen zeigte. Eben jene gab es auch auf „The Courage To Be“ zu vernehmen, wobei das 2000er Album im direkten Vergleich zum Vorgänger in Summe wieder kompakter ausgefallen war. Mit ähnlich vertrackten und komplex arrangierten, teilweise jedoch fast schon verworren wirkenden Nummern, war auch „Primal“, die fünfte Scheibe dieser Box, ausgestattet. Weshalb dieses Album regelrecht als „vergessen“ gilt, ist rasch erklärt. Zum einen hatte sich die Band ein klein wenig verzettelt und konnte mit den darauf enthaltenen Tracks nur schwer reüssieren. Erschwerend für HOLOCAUST kam auch noch hinzu, dass es zur Zeit der Veröffentlichung offenbar kaum Publikum dafür gab.

Das sollte sich in der Zwischenzeit definitiv geändert haben, weshalb „Dance Into The Void“ nicht nur für eingeschworene Fans sowie die „Jäger und Sammler“-Fraktion empfehlenswert sein dürfte, sondern definitiv auch für „Frischlinge“.

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