PHANTOM ELITE Blue Blood

Frontiers Music s.r.l. / Soulfood

Weniger wäre mehr gewesen...

Gegründet wurde dieses Unternehmen vom Niederländer Sander Gomman, der nach seinem Ausstieg bei AFTER FOREVER zunächst mit dem Projekt HDK durchzustarten versuchte. Der doch eher gewöhnungsbedürftige Mix aus Synthie-Sounds, Electronica und harschen Riffs schien jedoch nicht zur Auslastung des umtriebigen Musikers geführt zu haben, weshalb er sich in den letzten Jahren mehr und mehr auf die Tätigkeit als Produzent konzentrierte. Als solcher steht er PHANTOM ELITE immer noch zur Seite, hält sich bei diesem Projekt als Musiker mittlerweile jedoch vornehm zurück.

Das sollte aber kein Thema sein, denn im Fokus steht bei dieser Truppe Marina La Torraca. Die Sängerin, die sich mit EXIT EDEN ins Rampenlicht zu singen vermochte, und auch schon bei AVANTASIA Live-Erfahrung sammeln konnte, verfügt über eine kräftige und ausdrucksstarke Stimme, weshalb ihr Vortrag auch das Geschehen auf dieser Scheibe prägt. Die Tracks wurden wohl bewusst auf ihre Stimme zugeschnitten, und sind auch keineswegs eindimensional geraten.

Dennoch hat man mitunter den Eindruck, die Dame wüsste noch nicht so richtig, wo denn ihre Stärken wirklich liegen. Das dürfte aber generell ein Thema bei PHANTOM ELITE sein. Denn bei allem Respekt vor dem überaus abwechslungsreichen Vortrag, lässt sich stilistisch kein „roter Faden“ auf „Blue Blood“ erkennen.

Von brachialem Metalcore-Gebretter geht es über symphonisch-bombastische Melodien hin zum von Electro-Beats unterzogenen Crossover-Sound, und das ab und an gar innerhalb einzelner Songs. Die sind mit Sicherheit wohl durchdacht, und sollten auch ein an entsprechend breitgefächerten Sounds interessiertes Publikum ansprechen können.

Weniger wäre in diesem Fall aber definitiv mehr gewesen, zumal so einiges darauf schließen lässt, dass sich die Formation nicht dazu entscheiden hat können, wie man klingen, und wen man damit erreichen möchte.

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