Robby M! Der steirische Ausnahmegitarrist, Sänger und Produzent Robby Musenbichler kann mittlerweile auf eine achtundfünfzigjährige (!) Karriere zurückblicken, die genauen Details würden mittlerweile komplett den Rahmen sprengen. Also daher des Mannes musikalische Vita in möglichster Kurzform: 1971 Teilnahme am steirischen Musikfestival Popendorf mit der Band FREAK OUT, von 1974 bis 1978 Gitarrist der Band MAGIC mit Boris Bukowski und Günter Timischl und danach zog es ihn nach Frankfurt, wo im Gegensatz zu Österreich gerade unheimlich viel musikalisch abging. Neben seinem Brötchen-Job als Lead Gitarrist bei der MICHAEL WYNN BAND gründete Robby 1981 mit renommierten Mitstreitern die Formation TOKYO, die mit den ersten drei Alben internationalen Erfolg einfahren konnte. 1986 trat er noch mit JOJO auf den Plan bevor er 1990 wieder in seine Heimat zurückkehrte.
Seitdem arbeitete der sympathische Musiker mit unzähligen nationalen und internationalen Künstlern zusammen, stand für Rainhard Fendrich 20 Jahre auf der Bühne und im Studio und auch die heimische „Lederhosenrock“-Durchstarterin Melissa Naschenweng vertraute schon mal auf seine Gitarrenkünste.
Für sein neues Album „Unique Pearls“ hat sich Robby Musenbichler mal ausnahmsweise viel Zeit genommen und sage und schreibe 19 neue, durchwegs gelungene Songs draufgepackt. Gleich vorweg, mein persönlicher Favorit ist das famose Cover des MICHAEL WYNN BAND-Klassikers „Black Night“ (heißt hier „Black Night’s Fallin‘“), gefolgt von „Angels And Demons“, einer mitreißenden Midtempo-Perle mit amtlichen Hooks, die zwischendurch immer wieder mit feinen ruhigen Passagen aufwartet, und dem super souligen „Let’s Go To The Rainbow“ mit der stimmgewaltigen Maja Jaku am Mikro.
Aber auch abseits davon tummeln sich auf dem Album noch jede Menge großartiger Kompositionen aus Robby’s Feder wie „Hungry For Your Love“, mit Ohrwurm-Refrains gepaart mit kochentrockenen Gitarren-Kaskaden, „Extasy“ feat. die legendäre, großartige Cory Gass, mit einem Eingangs-Riff, das (nach längerem Grübeln) dem sattsam bekannten Intro von SHOCKING BLUE’s Gassenhauer „Venus“ nicht unähnlich ist. Und dann natürlich noch „Step It Up“, ein Midtempo-Shuffle der in allen Belangen dem TOTO-Songbook zugeordnet werden könnte und Robby’s Take des Donauwalzers („Blue Danube Waltz“), das mit superben Gitarrenparts trotzdem sehr nahe am Original ist.
Wie gewohnt hat der sich der Meister hierfür auch wieder hochkarätige Unterstützung geholt – neben den bereits erwähnten Sängerinnen waren u.a. die langjährigen TOKYO-Weggefährten Ken Taylor und Lothar Krell, Sohnemann Benny und die Bläser-Section mit Christian Radovan, Martin Fuss und Bumi Fian mit von der Partie. Und es war ihm wichtig, in der Presse-Info zu betonen: „Dieses Album wurde ohne AI produziert und komponiert.“
Leider gibt es auch von „Unique Pearls“ kein physisches Produkt, das Album ist jedoch auf allen gängigen Streaming-Plattformen zu finden. Eine Hammer-Scheibe ohne Wenn und Aber!
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