SHAKRA

Leb’ Dich aus!

»Just Live Loud!« (Frontiers Music), der Titel des neuesten Albums der eidgenössischen Hardrocker SHAKRA mag zwar auf den ersten Eindruck hin ein Live-Werk suggerieren, doch dem ist definitiv nicht so. Das seit mittlerweile über 30 Jahren aktive Quintett aus der deutschsprachigen Schweiz hat damit viel mehr ein Statement als Titel gewählt.

Sänger Mark Fox, der zwar zwischenzeitlich die Formation für ein paar Jahre verlassen hatte, ansonsten aber seit den Anfängen mit von der Partie ist, nahm sich bereitwillig Zeit um uns alles Wissenswerte zum neuesten Studiodreher zu erzählen:

Ich dachte beim Titel zunächst ehrlich gesagt an ein Live-Album, wurde aber recht rasch eines Besseren belehrt. Was hat es mit dem Titel »Just Live Loud!« auf sich?

Das mit dem Live-Album ist eine Fehlinterpretation. Daran hatten wir überhaupt nicht gedacht. Für uns steht der Titel als Statement! Allerdings ist damit natürlich nicht gemeint, dass Ihr und wir uns jetzt wie Radaubrüder fühlen, und bei jeder Gelegenheit Krawall machen sollen.

Für uns, genauer gesagt für mich, sagt der Titel in etwa aus, dass man in seinem Leben einfach mehr aus sich raus gehen soll. „Leb’ Dich aus“, lässt sich optimalerweise als freie Übersetzung verwenden. Damit will ich sagen: „Sei Du selbst und mach das, was Dir Spaß macht“. Oder anders formuliert: Lebe so, wie es für Dich am besten passt. Unternimm’ alles, damit dein Leben zu einem besseren wird.

Eine überaus positive Denkweise ist euren Songs seit jeher anzuhören. Ist Euch das generell wichtig, wenn das Schreiben neuer Songs ansteht?

Stimmungen sind nicht zwingend dafür ausschlaggebend, wie unsere Songs klingen. Die Muse kommt zu uns, wann immer sie kommt. Deshalb lässt sich nicht einmal ein bestimmter Zeitpunkt eruieren, ab dem wir loslegen.  Zumeist ist es unser Gitarrist Thom (Blunier, A.d.A.), der mit ersten Ideen für Riffs und Songs ankommt, bevor es weitergeht. Thom und ich sind im Laufe der Zeit zu einem eingespielten Team geworden und kümmern uns um Basics der Nummern. Erst danach geht es für die gesamte Band gemeinsam an die Arbeit.

Diesbezüglich scheint sich bei Euch ein Drei-Jahres-Zyklus eingestellt haben, schließlich sind seit 2017 alle eure Alben in einem solchen Abstand veröffentlicht worden.

Das ist korrekt, war aber keineswegs unser Plan. Diese Zeitspanne hat sich viel mehr dadurch ergeben, dass wir üblicherweise ein Album eingespielt haben und damit danach auf Tournee gegangen sind. Dieser Veröffentlichungsabstand hat sich demnach eher von selbst ergeben, hat jedoch perfekt für uns gepasst.

Da euer Groove bei Konzerten zum Mitmachen regelrecht zwingt, muss ich da ein wenig nachhaken: Habt Ihr denn schon beim Komponieren eine jubelnde Menge an Fans vor Augen?

Nein, eigentlich nicht. Es gibt schließlich auch eine Menge Songs, die live nicht ganz einfach umzusetzen sind. Zum einen, weil die Atmosphäre nicht zum einem Live-Auftritt passen würde. Und zum anderen, weil manche Passagen eventuell gar zu komplex wären, um diese entsprechend vortragen zu können.

Das heißt, das Erstellen einer Setliste ist wohl nicht ganz so einfach. Oder?

Korrekt. Da steckt viel Arbeit dahinter. Wobei es natürlich im Laufe einer Tournee auch vorkommt, dass wir Änderungen vornehmen. Schließlich bemerkt es auf der Bühne recht rasch, wenn ein Song doch nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt hätten. Ähnlich knifflig ist auch das Erstellen der Songreihenfolge für ein Studioalbum. Dabei geht es darum, dass die Nummern in Summe eine geschlossene, stimmige Einheit bilden sollen.

Das mit der „Einheit“ unterschreibe ich auch für Euer aktuelles Album! Einen Track von »Just Live Loud!« muss ich aber dennoch gesondert hervorheben. Schließlich dürfte ‘Left Outside Alone’ nicht nur weltweit bekannt sein, bei diesem Ohrwurm kann man gar nicht anders als sofort mitzugehen und abzufeiern. Respekt!

Danke für die Blumen! Auch wir finden diese Nummer ganz stark. Für uns war es zunächst eher ein Experiment, denn bekanntermaßen haben wir uns bislang noch nie an einer Coverversion versucht. Da wir aber recht bald festgestellt haben, dass unser der Versuch mit diesem Anastacia-Song offenbar wirklich gut gelungen ist, haben wir uns sogar noch auf einen weiteren Versuch eingelassen.

Und zwar?

Zunächst existierte nur die von mir alleine eingesungene Version. Doch im Laufe der Zeit sind wir zum Entschluss gekommen, dass ein Duett eine noch coolere Geschichte wäre. Auch so etwas gab es von uns noch nie zu hören, weshalb wir an Seraina Telli herangetreten sind. Wir gaben ihr dafür alle Freiheit, die sie brauchte, sprich sie durfte singen, wie es ihr beliebte. Seraina war von der Idee spontan angetan und hat wirklich einen Spitzenjob abgeliefert.

Das schreit doch geradezu auch nach einer gemeinsamen Live-Umsetzung, oder etwa nicht?

Das wäre in der Tat phantastisch, passt momentan aber leider nicht in unsere Tournee-Pläne. Aber mal schauen, was die Zukunft bringt....

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