Frau Quatro hat im Laufe ihrer Karriere weltweit über 55 Millionen Tonträger verkauft, die Lederpanier passt ihr auch mit 75 noch perfekt und mit Gendern hat die Lady absolut nichts am Hut („habe mich nie als Frau, die Bass spielt, gefühlt, einfach nur als Musikerin“).
2019 nahm die intensive, überaus konstruktive Zusammenarbeit mit ihrem Sohn L.R. Tuckey ihren Anfang, der auf „Freedom“ bereits zum dritten Mal als Produzent, Co-Autor und Gitarrist fungiert.
Und ohne Umschweife, Suzi rockt! War eigentlich klar. „Hanging Over Me“ kommt mit mächtig dicker Hose und dezenter 70er-Schlagseite während „Here’s Ya Boots“ nahezu als Brit Pop durchgehen und den Gallagher-Brothers das Fürchten lehren könnte. Suzi’s Version des gefühlt hundertfach gecoverten Don Nix-Klassikers "Going Down" kommt kompromisslos kantig aus den Speakern und das swamp-bluesige „Can’t Let you Go“ könnte durchaus von einer verschollenen Dr. John-Session stammen.
Einer der weiteren Höhepunkte ist quasi ein Detroit-Klassentreffen: Suzi Quatro hat sich Vincent Furnier vulgo Alice Cooper als Duettpartner auf dem MC5-Klassiker „Kick Out The Jams“ auserkoren – die beiden hatten richtig Spaß mit diesem Cover, wir nun auch und damit sei den beiden Oldtimern verziehen, dass die ursprünglich zornige Hymne hier ziemlich mainstreamig rüberkommt.
„I would retire when I go on stage, shake my ass, and there ist silence“ meinte Suzi Quatro einst zum Thema Ruhestand, in Anbetracht dieses Albums scheint es längst noch nicht soweit.

