VENUS 5 Venus 5

Frontiers Music s.r.l. / Soulfood

Sex sells,....but is anyone still buying?

Ein sehr spezielles Projekt hat sich die Frontiers Chef-Etage zuletzt ausgedacht. Für VENUS 5 wurden zunächst fünf junge Damen auserkoren, die als Sängerinnen und Aushängeschilder fungieren, und von einer Begleitband unterstützt werden. Das ist nun wahrlich nicht mehr neu, und hat in der Pop-Branche mit weltberühmten Formationen wie etwa den SPICE GIRLS auch Tradition, im Rockbusiness dagegen hat ein solches Unterfangen immer noch etwas Exotisches an sich.

Die Songs für das nun vorliegende Debütalbum, mit dem sich die hierzulande bislang noch mehr oder weniger unbekannten Terese Tezzi Persson (INFINITE & DIVINE), Herma Sick (SICK N` BEAUTIFUL), Karmen Klinc (ex-HELLCATS), Jelena Milovanovic und Erina Seittlari als VENUS 5 etablieren sollen, wurden federführend von Produzent Aldo Lonobile in Kooperation mit Jake E. (Ex-AMARANTHE), Gitarrist Stefan Helleblad (WITHIN TEMPTATION) und Per Aldeheim geschrieben, und zum Teil auch eingespielt.

Das Ergebnis entspricht wohl den Vorstellungen der Initiatoren. Das Album kann mit jeder Menge Pop-Appeal aufwarten, und verfügt durchaus auch über Chart-Potential. Eine Zielgruppe dafür zu finden, sollte ebenfalls kein Thema sein, derlei Sounds kommen nämlich wohl nie wirklich aus der Mode.

Durch den berühmt-berüchtigten „Sex Sells“-Faktor (man beachte diverse Promobilderchen sowie die Präsenz der Damen in diversen sozialen Medien) könnten sogar noch zusätzliche Käufer lukriert werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass man sich von den durch die Bank künstlich auf hart getrimmten Beats nicht irritieren lässt, und mit einer nach Kunststoff tönenden Produktion, der sämtliche Ecken und Kanten fehlen, arrangieren kann. Darin besteht generell das größte Manko.

Denn selbst, wenn riffende und rockende Gitarren die zumeist vorherrschenden Disco-Beats untermauern und das Vortragstempo dabei angezogen wird, erweckt die Angelegenheit den Eindruck von leichter Unterhaltungsmusik. Das mag zwar durchaus seinen Zweck erfüllen, wird jedoch all jene Musikliebhaber, die sich bevorzugterweise beseelten Klängen hingeben, eher abschrecken als anlocken.

Nicht viel überzeugender klingt der Vortrag übrigens, wenn symphonische Passagen eingestreut werden, und die Damen sich in höchste Höhen tirilieren. Auch hier fehlt es VENUS 5 definitiv an Seele, und in Folge an Authentizität.

Zum Schluss seien noch zwei Fragen in den Raum gestellt: Zunächst einmal, warum man uns dieses Projekt als „Metal“ verkaufen will, wo doch hier so gut wie gar nichts nach Heavy Metal im eigentlichen Sinn tönt? Und zum anderen, ob „Sex Sells“ anno 2022 als Verkaufsargument überhaupt noch irgendeine Berechtigung hat?

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